Interim-Management: was der Begriff bedeutet, wenn ein Betrieb seinen Vertriebskanal umbaut
Das Wort steht für eine Übergangslösung. Wann Betriebe eine Aufgabe befristet nach außen geben und was beim Aufbau eines eigenen Kanals danach im Haus bleiben muss.
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Interim heißt „vorläufig“ oder „in der Zwischenzeit“; Interim-Management ist die befristete Übernahme einer Leitungs- oder Fachaufgabe von außen, bis sie erledigt oder dauerhaft besetzt ist. Im Mittelstand fällt der Begriff meist dann, wenn ein Vorhaben ansteht, für das im Haus niemand frei ist oder das nötige Wissen fehlt.
Was bedeutet Interim?
Das Wort stammt aus dem Lateinischen und bedeutet dort „unterdessen“. Im Deutschen wird es fast nur in Zusammensetzungen gebraucht und markiert immer dasselbe: Etwas gilt für einen Übergang und soll durch eine dauerhafte Lösung abgelöst werden oder von selbst enden. So spricht man von einer vorläufigen Geschäftsführung, einer Übergangsregelung oder einem Zwischenstand.
Im Management bezeichnet der Begriff eine Aufgabe mit klarem Anfang und Ende, die jemand übernimmt, der nicht dauerhaft zum Betrieb gehört. Entscheidend ist nicht die Person, sondern die Befristung und das, was am Ende erreicht sein soll.
Wann Betriebe eine Aufgabe auf Zeit vergeben
Bei Dienstleistern, Händlern und Gastbetrieben tauchen solche Aufgaben oft rund um den Vertrieb auf:
- Buchungen laufen fast nur über Portale, und der Betrieb will einen eigenen Kanal aufbauen, hat aber niemanden, der das Vorhaben steuert.
- Die Person, die bisher die Website und das Reservierungssystem betreut hat, ist gegangen, und ein laufendes Projekt steht still.
- Vor der nächsten Saison soll die Bestellung per App möglich sein, und im Haus fehlt jede Erfahrung mit Zahlungsanbietern und Store-Veröffentlichung.
Allen drei Fällen ist gemeinsam, dass die Aufgabe endet: Wenn der Kanal steht, braucht der Betrieb keine Aufbauleitung mehr, sondern jemanden, der ihn im Alltag pflegt.
Interim-Lösung oder feste Stelle
Ob eine Aufgabe befristet nach außen gehört oder eine Stelle geschaffen werden sollte, lässt sich an drei Fragen prüfen. Hat die Aufgabe ein Ende, an dem ein Ergebnis vorliegt? Wird das Wissen danach regelmäßig gebraucht oder nur einmal? Und kann der Betrieb in der verfügbaren Zeit überhaupt jemanden finden und einarbeiten?
Der Aufbau einer Buchungsplattform ist typischerweise endlich, ihr Betrieb nicht. Preise pflegen, Sperrzeiten setzen, Kundenanfragen beantworten, Auswertungen lesen: Das gehört dauerhaft ins Haus. Eine gute Übergangslösung trennt beides von Anfang an und bereitet die Übergabe der Daueraufgaben vor.
Welche Vertragsform zu einer befristeten Aufgabe passt
Die Bezeichnung sagt nichts über die rechtliche Form. Soll am Ende ein Ergebnis stehen, etwa die fertige Plattform mit Anbindungen, ist der Werkvertrag die passende Form. Geht es um Beratung, Konzept oder Begleitung einer Entscheidung, passt der Dienstvertrag. Arbeitet eine externe Person dagegen eingebunden in den Betrieb und nach dessen Anweisungen, gelten andere Regeln; welche das sind, erklärt der Artikel Werkvertrag vs. Arbeitnehmerüberlassung.
Beim Aufbau eines eigenen Kanals bietet sich oft eine Kombination an: Eine kurze beratende Phase klärt Buchungsregeln, Portale und vorhandene Programme, der anschließende Bau wird als Ergebnis mit Prüfkriterien vergeben. So ist die Befristung kein bloßes Enddatum, sondern der Abschluss eines beschriebenen Werks, und der Betrieb weiß, was er zu diesem Zeitpunkt in der Hand hält.
Was nach dem Ende im Betrieb bleiben muss
- Konten auf eigenen Namen: Domain, Zahlungsanbieter, Portalzugänge und App-Store-Konto gehören dem Betrieb, nicht dem Auftragnehmer.
- Dokumentation: wie die Plattform aufgebaut ist, welche Programme angebunden sind und was bei einer Störung zu tun ist.
- Eingewiesene Mitarbeiter: mindestens zwei Personen, die die Verwaltung beherrschen, damit das Wissen nicht wieder an einer hängt.
- Rechte am Code: die Nutzungsrechte am eigens erstellten Code, die mit vollständiger Bezahlung übergehen.
Fehlt einer dieser Punkte, hat die Übergangslösung nur eine Abhängigkeit durch eine andere ersetzt.
Für eine befristete Aufgabe am Buchungskanal lohnt es sich, die Übergabeliste schon beim Auftrag anzulegen: welche Zugänge der Betrieb erhält, welche Verwaltungsarbeiten seine Mitarbeiter übernehmen und an wen Fragen danach gehen, etwa bei einer geänderten Portalschnittstelle oder einer fehlgeschlagenen Erstattung. In der letzten Woche des Vorhabens wird diese Liste gemeinsam abgehakt.
Wie wir einen Kanalumbau auf Zeit übernehmen
Wir übernehmen den Aufbau eines eigenen Buchungs- oder Bestellkanals als abgegrenztes Vorhaben mit einem Ergebnis, das der Betrieb prüft, und nicht als Besetzung einer Rolle. Die Arbeit steuert unsere Projektleitung; die Mitarbeiter des Betriebs werden in die Verwaltung eingewiesen, damit der Kanal nach dem Ende ohne uns läuft. Was dabei gebaut wird, beschreibt die Seite App-Entwicklung.
Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung.
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